8
Feb
2010

Das Perfekte

Jemand wollte heute wissen, an welchen letzten Traum ich mich erinnere. Ich erzählte von Tobias Licht, der mir morgens einen großen Latte Macciatto ans Bett brachte. Just an dem Morgen, an dem ich erstmals wieder alleine dort lag.

Jemand meinte, das klänge ganz schön perfekt und ich lächelte zustimmend. Aber ich würde ihn gar nicht wollen, den Tobias Licht, schob ich fast entschuldigend hinterher. Warum denn nicht, fragte Jemand weiter. Na, weil er doch so unwirklich wäre im wahren Leben.

Jemand fragte mich weiter, ob ich einen perfekten Traum leben würde. Ich verneinte. Doch Jemand bohrte weiter mit den Worten, ob ich gern ein perfektes Leben hätte, und ich bejahte.

31
Jan
2010

Vertrauen

Die ganze Nacht, den ganzen Tag, immerzu möchte ich tanzen. Denn dazu gehört die schnelle Drehung genauso wie der langsame Wiegeschritt. Und alles ist im Einklang. Zwei Menschen zum Rhythmus und der Melodie. Führen und führen lassen. Lachen und weinen. Kämpfen und ergeben.

23
Jan
2010

Frühling express bitteschön!

Heute hat für zwei Minuten die Sonne geschienen! Das war genau in der Zeit, in der ich wach wurde und hätte sie das nicht getan, würde ich wohl noch immer im Bett liegen.

Ich wünsche mir Frühling und zwar sofort. Ich möchte mein Gesicht in die warmen Sonnenstrahlen halten und es den Krokussen und Tulpen gleich tun, die von Jahr zu Jahr wilder aus den öffentlichen Grünflächen sprießen. Genau jetzt!

21
Jan
2010

Mit dem Trend: Tagebuchbloggen 21.01.2010

Nach vier Stunden Schlaf erschöpft aus dem Bett gequält, frech aufgedressed und mit 200 Sachen zur Selbstbeweihräucherungsmesse der Träumchen-Menschen gefahren. Zehn Stunden lang Vertriebsfloskeln Pari geboten, Espresso, Prosecco und Biodrinks dem sonst recht leeren Magen zugeführt, um abschließend vor allem kopfschüttelnd und mit Visitenkarten, USB-Sticks und Kugelschreibern ausgestattet wieder die Autobahn aufzumischen.

Zuhause Weiterbildungswerbung in den Papierkorb geworfen, die Reste aus dem übersichtlichen Kühlschrank zu Nahrhaftem verarbeitet und erschöpft mit einem Glas Wein auf dem Sofa weggeknackt. Dabei von Urlaub geträumt.

15
Jan
2010

Jeder ist sich selbst am Nächsten

Meine Klamotten im Schrank habe ich fast alle reduziert gekauft. Auch für meine Möbel habe ich quasi nie den regulär ausgezeichneten Preis gezahlt. Meine Welt sind Sales, Fundgruben und wenn's die Zeit zulässt auch gerne SecondHand. Somit bin ich prädisziniert für meinen neuen Job: Einkäuferin.

Im Ernst. Seit drei Monaten kaufe ich ein. Keine Möbel, keine Klamotten sondern das, was mein Auftraggeber eben gerade so braucht. Ich bin der Schrecken der deutschen Verkäufer-Machos, wobei ich mein Netzwerk stetig europaweit ausbaue. Wenn ich vorbei kommen, werden Kaffee, Kekse und manchmal auch ganze Mittagessen aufgetischt. Sobald ich anrufe, heißt es handeln und argumentieren, entgegen kommen oder keinen Auftrag bekommen. Und das Schlimmste für die Herren: Ich bin unbestechlich.

Die Krise ist voll im Gange. Und so habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn mein Geschäftspartner bei 60 und mehr Prozent einwilligt und von fünf- auf vierstellige Auftragssummen herunterbricht. Dann weiß ich, dass er mit meinem Geld seine Miete zahlen wird. Von welchem Geld er seine Mitarbeiter entlohnt, darüber darf ich mir keine Gedanken machen. Denn wenn er nicht mehr ist, bereinigt sich der Markt. Und die Leute, die das begrüßen, sind zugleich die Leute, die meine Möbel und Klamotten bezahlen.

12
Jan
2010

Unterbewusstes

Ich möcht mich an dir reiben
bis neue Sprieße treiben.

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Der Vater schwer depressiv; die Mutter inmitten eines geldgierigen Scheidungswahns; die kleine Schwester für drei Wochen mit Burnout in der Klinik. Egal ist mir das nicht, sagt mein Gegenüber. Aber ändern, ändern kann ich nichts.

Glaubst du, dass du auch irgendwann durchdrehst? Mein Gegenüber verneint und erzählt mir wenig später von seinem Krankenhausaufenthalt mit Hörsturz und Herzmuskelentzündung.

5
Jan
2010

Bald wird Jemand in mein Leben treten

Falls Jemand fragt, ich bin abgetaucht. Ich beantworte keine Emails, SMS und gehe nicht ans Telefon. Ich befinde mich in abstrakten Denk-Gewinden und fühle mich wie weit über 40. Ich sage mal so, vielleicht ist das meine erste Midlife-Crisis.

Das ist der Auftakt in ein Jahr, das ich sicherlich noch sehr intensiv leben werde; sobald ich das Feuer für genau dieses Leben wieder gefunden habe und mir Jemand beim Schnee schippen und Glut anpusten geholfen hat.

12
Dez
2009

Politisch völlig Unkorrektes

Ich mag meine Nachbarin nicht. Sie ist alt, fett, gehbehindert, liest Katzenbücher, lässt ihre Putzfrau nur alle zwei Wochen die müffelnde Bude durchwischen und ist ein grummeliges, nörgelndes, schlechtgelauntes Wesen, das im ganzen Haus über alles und jeden lästert und schimpft.

Dass sie sich stapelweise Spendenaufrufpost für Tiere, Kinder, Regenwälder, Behinderte und Ähnliches von ihren Hausbewohnern in den dritten Stock tragen lässt, weil sie diese für sie einstündige Expedition nur noch einmal die Woche antritt, zeugt meiner Meinung nach weniger von Geberlaune als von Einsamkeit.

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#lästermodus off
#mitleidsmodus on

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Ich mag sie immer noch nicht.

9
Dez
2009

Pfiffig (gewitzt | schlau)

"Du kannst nicht nicht denken", sagt er, rollt die Augen dabei und lässt die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Später sitze ich im trauten Heim auf dem Sofa, der Fernseher rauscht vor sich hin, der Tee erkaltet und ich versuche mich mit Nadolny abzulenken.

Doch irgendwann gebe ich auf und fange bei beruhigendem Kerzenschein an, die fast schon kindlichen Was wäre wenn- und Warum-Fragen zu stellen, um festzustellen, dass ich mich im Kreis drehe, egal wohin ich denke.

Ticktack, Zusammenhangloses neben Alltäglichem neben Beschäftigendem.

Wer bringt Kindern noch das ordentliche Essen bei, wenn Erwachsene selbst keine Haltung mehr bei Tisch wahren? Wird die deutsche Regierung eines Tages Anstandskurs-Gutscheine ausgeben?
Bin ich in zwanzig Jahren sauer, dass ich heute keine Weiterbildung angefangen habe oder sterbe ich eh in vier, fünf Jahren und dann ist es ein Leichtes, eine Gegenrechnung aufzustellen.
Kann man die Unbeschwertheit der Jugend während des Älterwerdens leben oder spielt man sie nur nach? Und was ist eigentlich Alter? Das Rentnerdasein? Ziellosigkeit? Eine Zahl?
Ist es überheblich, auf die Aussage "du scheinst pfiffig zu sein" enttäuscht zu reagieren, weil man in den Augen noch so viel mehr gelesen hat.

Ticktack, ticktack.

Ich verdunkle das Fenster, schlüpfe unter die Bettdecke und versinke in romantischeren Gedanken. Wie manipulierbar das weibliche Ich doch ist.

4
Dez
2009

Aus dem Chaos geboren

Derzeit arbeite ich für vier Firmen; also in deren Namen. Bei Telefonaten sag ich brav meinen eigenen Namen und dann benenne ich das Unternehmen. Für ein paar Firmen mache ich den Verkäufer, für andere den Einkäufer. Da wird Parallel-Arbeit zur Konzentrationssache, nicht das man einer Eventfirma noch Innovationsmanagement verkaufen will oder mit einer Saftmarketingtante Lieferantenkonditionen verhandeln möchte. Wobei beide Varianten auch spannende Ansätze wären...

-
weitermachen.

28
Nov
2009

17
Nov
2009

Rushour im Hotel

Ich bin vorbereitet für einen einsamen Hotelaufenthalt. Mein eigenes Kopfkissen, das Laptop mit W-Lan und eine heitere Auswahl DVDs. Problem nur: Keine DVD Software auf dem Rechner. Größeres Problem dabei: Zur Feierabendzeit geht hier jeder ins frei zugängliche W-Lan. Uargh!

29
Okt
2009

Marketingblingblingbegriffe

Lerne derzeit jeden Tag neue Begriffe kennen. Fangen wir an mit

Idealab -> Neudeutscher Marketingblingblingbegriff für Zusammensitzen und Ideen sammeln. Früher hieß das Brainstorming. Ich glaube, Idealab gibt's noch nicht kostenlos. Vielleicht sollte ich ein Versandhaus aufmachen. Da könnte ich dann auch Folgendes anbieten:

Innovationsmanagement -> Wieder so ein Marketingblingblingbegriff (wobei Wiki mich natürlich korrigiert), der heißt, dass Menschen dafür Geld bekommen, ein Unternehmen stichprobenartig durchzustöbern, (meist vorhandene) Ideen in verdenglischte und extrem bunte Grobkonzepte mit ganz vielen Andeutungen zu formulieren und dafür jede Menge Geld zu kassieren. Der externe Innovationsmanager an sich behauptet übrigens, eine zukunftsweisende Glaskugel zu besitzen, weil er ja jeden Trend von morgen einschätzen und/oder beeinflussen kann.

Sollte ich eines Tages nur noch für meine Luxus arbeiten, such ich mir Auftraggeber, die mich für diesen Träumchen-Job engagieren.

23
Okt
2009

Renovierungsaktionismus

Meine Arme sind schwer, die Oberschenkel kündigen einen ordentlichen Muskelkater an und der Rücken krächzt "Lass mich auf's Sofa!".

Die Wohnung einer Frau ist deshalb alle drei Jahre absolutes Neuland, weil wir kleinste Veränderungen zum Anlass der kompletten Umgestaltung nehmen. Heute habe ich den Flur von grellem Gelb befreit und in einem strahlenden Weiß gestrichen. Morgen wandern meine Kleiderschränke in den Keller, was wiederum ein großes Ausmisten und neu Sortieren eben dessen mit sich bringt. Die ehemals abgestimmten Kommoden haben im Freundeskreis schon neue Besitzer gefunden und müssen nur noch geleert und abgeholt werden. Und sobald dann bis kommende Woche das Schlafzimmer das himmelblaue Kleid ablegt, mit Weiß- und Brauntönen ein neues Gesicht erhält und der Sperrmüll abgeholt wurde, ist die Wohnung auch bereit für den eigentlichen Anlass:

Das Eintreffen von zwei wunderschönen Bauernschränken, eine Kommode und eine Art Sideboardtisch aus dem fernen Augsburg. Dann werden auch die grandiosen NewYork-Bilder meiner ausgewanderten Unternehmensberaterin einen Ehrenplatz an frisch getünchten Wänden finden. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Wenn sie in meinem Fall mal nicht so anstrengend wäre...
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Eine Fee rockt über's Land

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everything's all right...
sei gehalten und gewogen gesehen und geliebt berührt,...
burner_no1 (Gast) - 2. Feb, 23:40
Hmmmm...
...ich glaub, blasen kann ich ganz gut...lass mich...
burner_no1 (Gast) - 20. Jan, 12:54
Ja, und das ist ja das...
Ja, und das ist ja das Verrueckte: Keiner weiss, dass...
aHeldin (Gast) - 18. Dez, 08:25

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